Poster: "Strom Vergleich 2018"

Denn es muß für die Fortpflanzungsgeschwindigkeit einer einmal von der Strahlungsquelle losgelösten Strahlung gleichgültig sein, ob sich diese bewegt hat oder nicht.

Der größte Teil der Schwierigkeiten für die Theorie der Elektrodynamik bewegter Körper rührt davon her, daß man einerseits die Bewegungsmöglichkeit des Äthers in die Theorie aufnehmen wollte, andererseits eine Trennung von Äther und Materie für nötig hielt. Hier Stellt man sich dagegen auf den zuerst von Lorentz eingenommenen Standpunkt, daß alle Wechselwirkung zwischen Äther und Materie nur durch die Elementarladungen der Atome hervorgerufen werden, so fallen fast alle jene Schwierigkeiten von selbst fort und das Maxwellsche System für ruhende Körper genügt völlig, um auch die Elektrodynamik bewegter Körper ohne Zuhilfenahme irgend einer Hypothese zu umspannen. Da von der anderen Seite die [644] chemischen Eigenschaften der Körper notwendig fordern, die Kontinuität der Materie aufzugeben und die Materie als aus Elementarquanten in unstetiger Weise bestehend anzunehmen, so scheint mir um so mehr die Annahme dieses Systems geboten.

Hiernach ist ein Bewegungsvorgang für die Elektrodynamik die Bewegung einer Elementarladung durch den Raum. Es ist dies ein Vorgang, der noch vollständig in die Theorie ruhender Körper gehört. Denn daß sich ein Quantum Elektrizität bewege, und welche elektromagnetischen Wirkungen dadurch hervorgerufen werden, das vermag die Maxwellsche Theorie ohne weiteres zu behandeln. Solange es sich um geordnete Bewegungen handelt, d. h. die Komplikationen der Wärmelehre nicht mitspielen, ist es im allgemeinen vollständig ausreichend, die Bewegung einer einzigen Elementarladung zu verfolgen. Jedenfalls gehören die Erscheinungen, die auf der Wechselwirkung vieler Atome beruhen, zu denen, die eine genauere Behandlung vorläufig ausschließen.

Aus diesem Grunde ist auch das allgemeine Integral, das Lorentz[5] als Lösung seiner Gleichungen für die Wirkung der Bewegung beliebig vieler Atome benutzt, zwar für prinzipielle Untersuchungen von großem Werte, für die Behandlung des Problems der Bewegung eines einzelnen Elementarquantums, eines „Elektrons" weniger geeignet, weil es für diesen Spezialfall zu kompliziert ist. Infolgedessen ist auch die Theorie bewegter Elektronen über den bereits von Heaviside erledigten Fall, der Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit, nicht erheblich hinausgekommen. Von Wichtigkeit ist die zuerst eben falls von Lorentz eingeführte, dann von Abraham[6] auf Grund der Poincaréschen[7] „elektromagnetischen Bewegungsgröße" abgeleiteten Unterscheidung zwischen „longitudinaler" und „transversaler" Masse, deren quantitative Messung indessen auf Anwendung der Maxwellschen ponderomotorischen Wirkungen und demnach auf einer sehr wahrscheinlichen, aber nicht ganz hypothesenfreien Grundlage beruht.[645] Es soll im folgenden zunächst gezeigt werden, daß man zu einem mit dem Lorentzschen System der Elektrodynamik übereinstimmenden gelangt entweder wenn man ein Elektron als ruhend annimmt und den Äther mit der entgegengesetzten Geschwindigkeit strömen läßt, wobei dann der Einfluß der Bewegung nach Analogie der Eulerschen hydrodynamischen Gleichungen in der Weise einzufüren ist, daß man

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